Ökologie

Lippe-Mündungsraum

Zurück zur Natur

Das Projekt Lippe-Mündungsraum ist ein Musterbeispiel für ein sogenanntes „integriertes Projekt“: Direkt vor den Toren Wesels gelang es, EU-Richtlinien bezüglich Tier-, Pflanzen- und Wasserschutz durch eine ganzheitliche Landschaftsgestaltung umzusetzen. Heute zeigt der Lippe-Mündungsraum wieder sein natürliches Erscheinungsbild, wie es zuletzt vor Hunderten von Jahren existierte. Dazu gehören unter anderem weitreichende Flussauen nach ursprünglichem Vorbild. In Absprache mit den Naturschutzorganisationen wurde entschieden, die natürlichen Kargflächen aus Kies und Sand weder mit Mutterboden zu bedecken noch zu bepflanzen. Die Lippe selbst brachte im Laufe der letzten Jahre Samen und Sedimente mit, die für einen natürlichen Bewuchs mit sogenannter Ruderalvegetation sorgten. Wie sich Flora und Fauna in den nächsten Jahren weiter verändern werden, ist eine spannende Frage für Naturschützer. Ein Monitoring soll zeigen, wie sich die Natur den neugeschaffenen Lebensraum zurückerobert.

Büssum

Artenvielfalt statt Monokultur

Schon im vergangenen Jahrhundert wurden Kies und Sand auf dem Büssum gewonnen. 2011 war das Vorkommen erschöpft und der Büssum hätte – laut ursprünglicher Planung – wieder eine ebene Wiesenfläche werden sollen. Doch bereits 2000 änderte sich das Projektziel: Der Büssum sollte den Charakter einer naturnahen Auenlandschaft mit verschiedenen Geländehöhen und sogenannten Blenken erhalten. Diese Vertiefungen laufen bei Hochwasser voll und bilden nach dem Rückzug des Hochwassers eine Flachwasserzone, die erst nach und nach trockenfällt. Damit sind flussnahe Blenken ein idealer Lebensraum für viele heimische Tier- und Pflanzenarten. Der Büssum gehört heute – wie viele andere rekultivierte Abgrabungen – zum insgesamt 27.000 Hektar großen Vogelschutzgebiet „Unterer Niederrhein“.

Westerheider See

Willkommen zurück, Höckerflohkrebs

Eigentlich hätte es den Westerheider See, der zwischen Wesel und Bislich liegt, in seiner heutigen Form nie geben sollen. Dass es anders kam, lag an der Wasserqualität des Rheins. Diese war vor einigen Jahrzehnten deutlich schlechter als heute. 1986 geschah zudem die „Sandoz-Katastrophe“, bei der rund 20 Tonnen Gift in den Rhein geschwemmt wurden. Das Resultat war ein Fischsterben von enormem Ausmaß. In der Folge beobachteten Biologen, dass sich die Qualität des Flusswassers nicht nur durch Zuläufe aus Nebenflüssen erholte, sondern auch durch Baggerseen, die mit dem Rhein verbunden waren. So wurde mit Hülskens vereinbart, den Zugang des heutigen Westerheider Sees zum Rhein nicht wie geplant zu verschließen, sondern dauerhaft zu erhalten. Von dieser Lösung profitierte die Fischpopulation nachhaltig: Aale, Zander, Hechte und viele andere Fischarten nutzten den Westerheider See und andere mit dem Rhein verbundene Gewässer als Kinderstube. Sogar Exoten wie der große Höckerflohkrebs sind heute wieder im Rhein heimisch.

Leukermeer und Umgebung

Naherholung trifft Naturschutz

Gemeinsam mit der Gemeinde Bergen in Limburg arbeitet die Hülskens-Tochter Niba an einer Aufwertung des Leukermeer und seiner Umgebung. Der See entstand bereits in den 1960er-Jahren durch die Gewinnung von Baurohstoffen. Nun soll er als Naherholungsgebiet noch attraktiver werden und gleichzeitig dem Naturschutz dienen. Das Projekt geht einher mit der Gewinnung von Sand und Kies, die im Leukermeer noch vorhanden sind. Es ist Teil der Strukturvision Maaspark Well, zu der auch die Flussverbreiterung Well-Aijen gehört.