Hochwasserschutz

Lippe-Mündungsraum

Natürlich mehr Hochwasserschutz

Die Lippe bei Wesel wurde in den vergangenen Jahrhunderten kanalisiert und so ihres natürlichen Bettes beraubt. Was seinerzeit sinnvoll erschien, entpuppte sich zunehmend als Problem: Durch die höhere Fließgeschwindigkeit grub sich die Lippe immer tiefer in die Landschaft ein. Das änderte sich mit der Neugestaltung des Lippe-Mündungsraum durch Hülskens grundlegend. Heute kann sich das Gewässer sein Flussbett innerhalb des Mündungsgebietes je nach Wasserstand wieder frei wählen. Damit spielt das rund 130 Hektar große Areal auch eine wichtige Rolle im vorbeugenden Hochwasserschutz: Die tiefergelegten Flächen schaffen als natürliches Überlaufbecken Platz für etwa 3,9 Millionen Kubikmeter Wasser und erhöhen damit die Sicherheit der Rheinanlieger. Seit seiner Vollendung im Jahr 2011 wurde der Lippe-Mündungsraum bereits von mehreren Hochwassern überschwemmt, wobei er sich – zumindest vorübergehend – in eine riesige Seenplatte verwandelte.

Orsoyer Rheinbogen

Deich zurück, damit‘s vorangeht

1994 startete das Projekt „Orsoyer Rheinbogen“. Bergbautätigkeiten hatten den an dieser Stelle vorhandenen Deich in Mitleidenschaft gezogen. Natürlich wäre es möglich gewesen, den alten Deich einfach zu sanieren. Doch Hülskens schlug, zusammen mit anderen Beteiligten, eine Alternative vor: Der Deich wird ins Hinterland zurückverlegt und der Bereich davor durch eine Auskiesung um etwa 2,5 Meter tiefergelegt. So entsteht ein zusätzlicher Überflutungsraum, der bis zu 7,5 Mio. Kubikmeter Wasser aufnehmen kann. Gleichzeitig erhält der Orsoyer Rheinbogen seine ursprüngliche auendynamische Struktur zurück. Oder anders gesagt: Durch die Deichrückverlegung gibt es mehr Hochwasser- und Naturschutz. Zwischenzeitlich wurde das Projekt fertiggestellt und konnte sich u. a. bei den Hochwassern der Jahre 2017 und 2018 erfolgreich bewähren.

Flutrinne Niedermörmter/Rees

Bypass gegen zu hohen Wasserdruck

Die Stadt Rees am Niederrhein ist bei Hochwasser besonders gefährdet: Sie liegt genau in einer scharfen Flussbiegung des Rheins. Bei Hochwasser drücken enorme Wassermassen gegen die Schutzmauern der Stadt. Um Rees und seine Bewohner besser zu schützen, begann 2009 der Bau einer drei Kilometer langen Flutmulde. Sie liegt in Reeserschanz, direkt gegenüber von Rees, und funktioniert bei Hochwasser wie ein Bypass: Das Hochwasser nimmt praktisch eine Abkürzung und verbindet sich erst hinter der Stadt wieder mit dem Flussbett. Der Druck auf die Schutzmauern von Rees wird deutlich verringert. Als einer der Projektbeteiligten übernahm Hülskens Wasserbau die Verwertung der anfallenden Bodenmassen in der ehemaligen Auskiesung Reeser Eyland. Insgesamt wurde dort über 1,1 Mio m³ Boden aus der Flutmulde wieder verwertet.

Grensmaas

Hochwasserschutz, der sich selbst finanziert

Das Projekt „Grensmaas" ist das größte Flussprojekt, das aktuell in den Niederlanden durchgeführt wird. Die Tätigkeiten erstrecken sich über 43 Kilometer. Die Projektausführung liegt in den Händen des Konsortiums Grensmaas. Ziel ist es, für die Anlieger entlang der Maas einen deutlich besseren Hochwasserschutz zu realisieren. Das bedeutet konkret: Durch die Umgestaltung der Landschaft – in diesem Fall die Verbreiterung des Flussbettes und das Absenken der Uferbereiche – sinkt das Risiko einer Überflutung um das Fünffache. Zudem entsteht in Süd-Limburg ein neues Naturgebiet von ca. 1.000 Hektar entlang des Flusses. Die aufwändige Landschaftsgestaltung wird durch die Gewinnung und den Verkauf von 54 Millionen Tonnen Kies finanziert – den Steuerzahler kostet das Projekt nichts.

Over de Maas

Rohstoffe und Sicherheit gewinnen

Das Sandgewinnungs- und Naturentwicklungsprojekt „Over de Maas“ liegt in einem Überschwemmungsgebiet des Flusses Maas. Auch bei diesem Gebiet ist die Gewinnung von Sand und Kies das Werkzeug, um wieder eine natürliche, flussnahe Landschaft zu schaffen. Durch die Eingriffe in das Gebiet wird darüber hinaus der Hochwasserschutz verbessert. Dieses Projekt führt die niederländische Hülskens-Tochter Niba gemeinsam mit anderen Produzenten im Rahmen der Kooperation Nederzand aus.